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Freiburgs OB-Kandidat Achim Wiehle setzt auf Sicherheit, Wirtschaft und Erhalt des Flugplatzes

Achim Wiehle OB-WahlAchim Wiehle ist ehrenamtlich in der Ukraine-Hilfe tätig und organisierte zahlreiche Hilfstransporte in das Kriegsgebiet. Am Dienstag stellt er im Kreise seiner Unterstützer sein Wahlprogramm vor. Foto: Joers

Am 26. April wählt Freiburg einen neuen Oberbürgermeister. Der Freiburger Unternehmer Achim Wiehle, der sich auch ehrenamtlich engagiert, stellte auf einer Pressekonferenz sein Wahlprogramm vor. Im Kreise seiner Unterstützer, darunter der Freiburger CDU, äußerte sich Wiehle unter anderem zum Streit um den Erhalt des Flugplatzes.

Sicherheit, solide Finanzen, mehr Tempo beim Wohnungsbau und ein „unternehmerfreundlicheres“ Klima: Mit diesen Schwerpunkten will Achim Wiehle in den Kampf um das Freiburger Rathaus bei der OB-Wahl am 26. April gehen. Vor allem das Thema Sicherheit steht für den 54-Jährigen „nicht umsonst an erster Stelle“ seines Programms. Es gebe Zonen in Freiburg, in denen Kriminalität „trotz vieler Konzepte“ verfestigt sei, darunter auf dem Stühlinger Kirchplatz. „Das dürfen wir nicht dulden“, sagte der verheiratete Vater von drei Söhnen am Dienstag im Technikhaus der Brauerei Ganter. Deshalb wolle er, würde er zum OB gewählt werden, unmittelbar nach der Wahl eine Task Force mit allen relevanten Akteuren ins Leben rufen – Ziel sei es, die Kriminalitätszahlen zu senken.

Wiehle will Flugplatz erhalten

Sicherheit, so Wiehle, bedeute für ihn aber auch Katastrophen- und Krisenvorsorge. Angesichts einer unübersichtlichen weltpolitischen Lage sei es nicht auszuschließen, dass Deutschland in Konflikte hineingezogen werde oder Freiburg von Naturkatastrophen getroffen werde. Deshalb wolle er sich hier mit regionalen Städten und Gemeinden abstimmen: „Wer hat welche Ressourcen, welche Ideen, welche Konzepte?“ Freiburg müsse sich besser auf Krisen vorbereiten.

Achim Wiehle (3.v.l.) im Kreise seiner Unterstützer am Dientag in der Brauerei Ganter. Von links: Bernard Rotzinger (CDU Kreisvorsitzender), Sarah Augustin (Junge Union Freiburg), Arno Heger (Fraktionsvorsitzender CDU-Gemeinderatsfraktion), Tobias Schließmann (Junge Liberale Freiburg) sowie der frühere CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Schüle. Foto: Joers

In diesem Zusammenhang spricht sich Wiehle auch klar für den Erhalt des Freiburger Flugplatzes aus und stellt sich damit gegen den Vorschlag seiner Mitbewerberin Monika Stein (mehr dazu hier). Der Flugplatz sei nicht nur wegen der Stationierung des Rettungshubschraubers und aufgrund der Kaltluftschneise erhaltenswert, sondern werde Wiehle zufolge auch im Krisen- oder Bündnisfall „als medizinischer und logistischer Standort“ gebraucht.

Als Unternehmer legt Wiehle großen Wert auf Wirtschaftsthemen. Freiburg sei, so seine Diagnose, teils von einem „unternehmerfeindlichen Klima“ geprägt, und Unternehmer würden in politischen Debatten als „Heuschrecken“ dargestellt. Seine Erfahrung sei jedoch eine andere: „Das sind Menschen, die Verantwortung übernehmen, Arbeitsplätze schaffen und den Laden am Laufen halten.“ Durch konsequente Digitalisierung, schlankere Prozesse und den Abbau von Bürokratie wolle er den Wirtschaftsstandort Freiburg „nicht nur stärken, sondern ausbauen“. Der städtischen Verschuldung – Wiehle zufolge rund zwei Milliarden Euro – wolle er mit einer konsequenteren Haushaltsdisziplin begegnen.

Auch beim Wohnungsbau spricht er sich für eine Beschleunigung der Verfahren und weniger Hürden beim Bau aus. Als Negativbeispiel nennt er das Baugebiet Kleineschholz, wo die Stadt fast nur auf Baugruppen setzt. Dürften dort aber städtische Wohnungsbaugesellschaften oder private Entwickler zum Zug kommen, würden „die Bagger schon rollen“, so seine These. Klimaschutz dürfe zudem nicht „ideologisch“ betrieben werden. Er fordert, dass die Stadt bei eigenen Gebäuden mit gutem Beispiel vorangeht – etwa mit Photovoltaik auf städtischen Dächern. „Erst wenn die Kommune ihren eigenen Handlungsspielraum ausschöpft, sind wir in Sachen Klimaschutz glaubwürdig“, so Wiehle. Zuletzt möchte sich Wiehle unter dem Schlagwort „Gesellschaft“ für eine Stärkung von Betreuungs- und Bildungsangeboten einsetzen.

Auf der Pressekonferenz machte der CDU-Kreisvorsitzende Bernhard Rotzinger noch einmal deutlich, dass die CDU Wiehle offiziell unterstützt. Er sei jedoch kein eigener Parteikandidat, sondern parteilos. „Achim Wiehle ist vernünftig, verlässlich und zeigt Haltung“, so Rotzinger.