Erdmännchen und Co. sind ein Publikumsmagnet: zum vierten Mal in Folge gab es 2025 einen Besucherrekord auf dem Mundenhof. Mehr als 573.000 Menschen strömten 2025 in den Tierpark. Im Jahr 2022 waren es 486.000, 2023 dann 521.000 und 2024 über 557.000. Damit hat sich die Besucherzahl seit 2013 (296.000) nahezu verdoppelt. „Das ist ein riesiger Erfolg und eine große Auszeichnung für die tolle Arbeit, die am Mundenhof jeden Tag geleistet wird. Gleichzeitig verdeutlichen die Zahlen die Notwendigkeit, auch mit Blick auf den neuen Stadtteil Dietenbach den Mundenhof weiterzuentwickeln, um ihn als lebenswerten Naherholungsraum für die Freiburger in Zukunft zu erhalten“, betonte Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit beim Pressetermin.
Einbruch, Brand und Eierklau
Der Besucherrekord sei aber auch eine Herausforderung, da auch der Vandalismus zunehme. In der neuen Werkstatt wurden im vergangenen Jahr in einer Nacht mehrere Geräte gestohlen. Im Dezember wurde ein Feuer im Eingangsbereich gelegt. Die finanziellen Schäden liegen in manchen Jahren deutlich im fünfstelligen Bereich. „Um alles wieder funktionstüchtig herzurichten, braucht es enorm viele Ressourcen, die uns dann an anderen Ecken fehlen. Das beschäftigt uns und belastet unser Team. Wir spüren das im Arbeitsalltag nachhaltig“, so Mundenhof-Leiterin Birte Boxler. Solche Vorfälle sorgen auch für Verunsicherung bei den Tieren, so wurden beispielsweise bei den Nandus auch im vergangenen Jahr Eier geklaut – insgesamt 16 Stück. „Das sind keine Kavaliersdelikte. Wir erstatten bei Vandalismus, Brandstiftung oder Einbrüchen jedes Mal konsequent Anzeige, aber leider ist die Aufklärungsquote gering“, erkläret Birte Boxler. Man denke darüber nach, das Sicherheitskonzept auszuweiten. Trotzdem soll der Mundenhof weiterhin frei zugänglich sein und es sollen keine Zäune um das Tiergehege gebaut werden.
Ein Problem ist auch, dass Besucher trotz Verbot immer wieder Tiere füttern. Erst kurz vor Ostern wurden in mehreren Gehegen giftige Pflanzen gefunden, die in der Umgebung gepflückt und dann den Tieren gegeben wurden. So hatten beispielsweise die Pferde Durchfall, weil sie von den Besuchern zu stark gefüttert wurden.
Nachwuchs und Neuzugänge
Neben den Erdmännchen sind natürlich auch die Tierbabys ein Publikumsmagnet. Insgesamt erblickten im vergangenen Jahr 76 neue Tiere das Licht der Welt. Nachwuchs gab es unter anderem bei den Straußen, Kamerunschafen und Javaneraffen. Durch Käufe und Schenkungen kamen außerdem zwei Zackelschafe, zwei Kaschmirziegen und ein paar Pfauen neu hinzu. Zudem wurden ein Wasserbüffelbulle und ein Heidschnuckenbock zur Zucht angeschafft.
Seit zwei Monaten ist auch der Lamahengst Ulrich auf dem Mundenhof – der kommt bei den Lamastuten sehr gut an und man hofft, dass er für Nachwuchs im kommenden Jahr sorgt. Getauft wurde er Ulrich aufgrund einer Patenschaft, die Bürgermeisterin Buchheit ihrem bisherigen Amtskollegen Ulrich von Kirchbach geschenkt hat. Die Bisons sind ebenfalls mehr geworden. Insgesamt sind es nun fünf Tiere. Zwei neue Kühe kamen durch eine Schenkung aus einer Privathaltung bei Berlin hinzu.
Nicht nur bei den Besuchern, auch bei immer mehr Störchen ist der Mundenhof begehrt. „Wir haben fast kein freies Dach mehr“, so Mundenhof-Leiterin Susanne Eckert. Deshalb hat sich ein Storchenpaar aktuell einen eher ungewöhnlichen Brutplatz ausgesucht und baut ein Nest auf der Rosenpergola.
Neuer Stall und Picknickhäuschen
Baulich gab es einige Neuerungen. Die Nandus durften sich über einen neuen Stall freuen. Die großen Laufvögel können dort getrennt von Lamas und Heidschnucken, die auf der Koppel nebenan leben, untergebracht werden. Die Nadus sollen dort auch ungestört und geschützt brüten können.
Auf der Kaninchenanlage, der Gibboninsel und der ungarischen Steppenrinderanlage wurden die Gehege neu eingerichtet. Außerdem wurde aus dem alten Kamerunschafstall ein Picknickhäuschen und in der Nähe der Hofwirtschaft entsteht derzeit der Zukunftsgarten, in dem Schüler und Gruppen klimagerechtes Gärtnern lernen können.
Auch in diesem Jahr gibt es auf dem Mundenhof wieder ein vielfältiges Programm. Neu ist dabei der „Markt für Morgen“ am 10. Mai: ein großes Fest der Bildung für nachhaltige Entwicklung, das zahlreiche Mitmach-Aktionen und Aussteller aus den Bereichen Klimaschutz, Artenvielfalt und soziale Gerechtigkeit bietet.





ein großes Fest der Bildung für nachhaltige Entwicklung, das zahlreiche Mitmach-Aktionen und Aussteller aus den Bereichen Klimaschutz, Artenvielfalt und soziale Gerechtigkeit