Rund 22.000 Straftaten ereigneten sich im Stadtkreis Freiburg im Jahr 2025 – die Tendenz ist damit rückläufig. Mehr Prävention und eine erhöhte Anzeigenbereitschaft lassen vielerorts das Dunkelfeld schrumpfen. Trotzdem gibt es örtliche und strafrechtliche Schwerpunkte.
Ein Drittel der Straftaten im Bereich des Polizeipräsidiums Freiburg spielt sich im Stadtkreis Freiburg ab. Hier stechen vor allem drei Kriminalitätsschwerpunkte heraus: das Bermuda-Dreieck, der Stühlinger Kirchplatz sowie der neue Drogenkonsumplatz an der Stefan-Meier-Straße.
Nach wie vor sind über 50 Prozent der Straftaten Vermögensdelikte oder Sachschäden. Die Anzahl von tatverdächtigen Jugendlichen unter 21 Jahren sinke stärker als im Landesvergleich, so Polizeipräsident Norbert Schneider. Auch der Anteil an Ausländern an den Tatverdächtigen sei stark rückläufig. Gerade bei jugendlichen Tätern sinke auch die Zahl der Taten unter Alkoholeinfluss. Entwarnung möchte Armin Bohnert, Leiter der Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums, aber nicht geben: Das Leben der Jugendlichen verlagere sich vom öffentlichen Raum mehr ins Internet. Die Jugendlichen, die Straftaten begehen, seien häufig auffällig und psychisch stark angeschlagen. Und: „Die Tatverdächtigen werden tendenziell jünger.“
Neun Straftaten gegen das Leben gab es im Stadtkreis Freiburg im vergangenen Jahr. Über 97 Prozent werden aufgeklärt, und nur in 29 Prozent der Fälle gelingt der Versuch überhaupt. Viele der Delikte finden im partnerschaftlichen Bereich statt: „Nur wenige Menschen fallen in der Öffentlichkeit einem Fremden zum Opfer.“
Einen Rückgang von 18,8 Prozent gibt es bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung – von Vergewaltigung bis zur Verbreitung von pornografischen Schriften. Und auch hier verlagert sich viel ins Internet. Ein Problem ist auch die Anzeigenbereitschaft: Nur etwa fünf Prozent der Opfer zeigen die Täter an. Gerade Vergewaltigungen innerhalb einer Partnerschaft würden häufiger angezeigt als noch vor wenigen Jahren.
Häusliche Gewalt als Problem
Auch Gewaltdelikte werden oft angezeigt und häufig aufgeklärt: 3.271 Fälle wurden 2025 zur Anzeige gebracht. In der Hälfte der Fälle waren die Täter polizeibekannt, oft gab es Vorbeziehungen. Die Koordinierungsstelle für häusliche Gewalt erhöhe die Anzeigenbereitschaft, so Polizeivizepräsident Uwe Oldenburg. Das sogenannte „beschleunigte Verfahren“ zeigt Wirkung bei Körperverletzungen und Sachbeschädigungen. Insgesamt sanken die Zahlen um 14,4 Prozent auf 10.558 Fälle. „Die Strafe folgt nun auf dem Fuß“, so Oldenburg.
Einen Anstieg gab es im Bereich der Messerangriffe um 1,4 Prozent. Trotzdem sieht man die messerfreien Zonen positiv, denn Messer seien je nach Gebrauch noch gefährlicher als eine Schusswaffe, bei der irgendwann zumindest das Magazin leer sei. 42 Prozent der Messerangriffe finden im öffentlichen Raum statt, so Oldenburg. Generell handle es sich bei Messergewalt oft um Szenegewalt. Jedes Messer, das man sicherstellen könne, verringere die Gefahr eines Angriffs, denn: „Wer ein Messer einsteckt, setzt es im Zweifel auch ein“, so Schneider.
Nach einem Hoch an Wohnungseinbrüchen in den Jahren 2018 und 2019 seien diese in den Coronajahren stark zurückgegangen und hätten bis heute das Niveau nicht mehr erreicht. Viel Zeit steckt die Polizei hier in Prävention, ebenso bei Anrufstraftaten: Rund 86 Prozent bleiben hier im Versuchsstadium stecken, so Bohnert. Trotzdem entstand 2025 dadurch ein Schaden von 3,1 Millionen Euro. Die Dunkelziffer dürfte weitaus höher sein. Und: In Zukunft dürfte sich das Feld weiter wandeln, denn KI sei „noch nicht durchgeschlagen“, so Bohnert.
Um 37,4 Prozent zurückgegangen seien die Rauschgiftdelikte – unter anderem wegen des Cannabiskonsumgesetzes, wobei auch hier noch die legale Bezugsquelle fehle. Probleme stelle man vor allem mit Kokain und Amphetaminen fest. Die Befürchtungen, die man in Verbindung mit dem Cannabiskonsumgesetz gehabt habe, seien „nicht eingetreten“, so Bohnert.
In Freiburg ein Dauerbrennerthema seien auch Fahrraddiebstähle – 2025 mit einem Anstieg von 16 Prozent. Ärgerlich sei, dass viele Menschen keinen Eigentumsnachweis oder die Rahmennummern vorlegen könnten, sodass Fahrräder nicht zugeordnet werden können. Gerade durch den Klau von Pedelecs lässt sich Geld machen – und meist werden sie nach Osten verkauft. In naher Zukunft soll nach gestohlenen Rädern im ganzen Schengenraum gefahndet werden können.
Auf einem stets hohen Niveau rückläufig sei die Gewalt gegen Polizeibeamte: Bei 1.465 Angriffen wurden im Vorjahr 235 Beamtinnen und Beamte verletzt. Gefährlich seien vor allem alkoholisierte Männer oder Männer in schlechter psychischer Verfassung. Hier schlagen die neuen Taser durch: „Die Androhung genügt oft“, so Oldenburg.


Sie stellten die aktuellen Zahlen vor (v.l.n.r.): Armin Bohnert (Leitender Polizeidirektor Kriminalpolizei), Nobert Schneider (Polizeipräsident) und Uwe Oldenburg (Polizeivizepräsident). Foto: Enya Steinbrecher