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Fernwärme, Strom und Wasser: Bauarbeiten für Freiburger Energietunnel laufen

Im Stühlinger laufen die Vorarbeiten: Der öffentliche Spielplatz an der Klarastraße ist bis Mitte 2027 gesperrt, denn hier startet das Millionenprojekt.Im Stühlinger laufen die Vorarbeiten: Der öffentliche Spielplatz an der Klarastraße ist bis Mitte 2027 gesperrt, denn hier startet das Millionenprojekt. Foto: Maximo-Hans Musielik

Die Badenova-Tochter Wärmeplus bohrt in den kommenden Monaten einen 260 Meter langen Tunnel vom Stühlinger bis in die Innenstadt. Diese Verbindungsachse soll künftig Fernwärme in die Stadt bringen und langfristig die Versorgung mit Strom und Wasser sichern. Bald beginnen die Bohrarbeiten.

Im Stühlinger laufen die Vorarbeiten: Der öffentliche Spielplatz an der Klarastraße ist bis Mitte 2027 gesperrt, denn hier startet das Millionenprojekt. Im Juni wird die Tunnelbohrmaschine angeliefert, und in den darauffolgenden Wochen beginnen dort die Bohrarbeiten. „Anschließend wird die Baustelle so hergerichtet, dass im Herbst die Rohre eingezogen und der Tunnel verfüllt werden kann“, heißt es in einer Pressemitteilung. Die restlichen Arbeiten sollen 2027 im Laufe der ersten Jahreshälfte abgeschlossen werden. Der 260 Meter lange Energietunnel verläuft unter dem Bahnhofsgelände bis zur Faulerpalette in Richtung Innenstadt. Am Parkplatz an der Faulerstraße läuft die Vorbereitung für den Energietunnel ebenfalls – dort war ein Bohrer bereits für die Zielgrube im Einsatz. „Der Bohrer ist notwendig, um die Spundwände für die Baugrube für den Energietunnel vorzubohren, damit diese danach in den Boden getrieben werden können“, erläutert Badenova-Pressesprecher Patrick Siegert gegenüber der BZ. „Anschließend wird die Zielbaugrube ausgehoben“, danach werde alles für den Tunnelbohrer vorbereitet.

Die Badenova investiert 4,25 Millionen Euro in das Projekt. Zusätzlich kommen 1,6 Millionen Euro aus dem Zukunftsfonds
Klimaschutz der Stadt Freiburg sowie 150.000 Euro über das Förderprogramm „Wärmenetze 4.0“ vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Das Ziel: In der Freiburger Innenstadt sollen bis 2040 etwa 104.000 Tonnen CO2 eingespart werden. Der Energietunnel soll bis zu 15 Megawatt Leistung transportieren und eine Energielieferung von rund 100 Gigawattstunden pro Jahr gewährleisten. So werden rund 10.000 Wohnungen in der Innenstadt mit Wärme versorgt.
Gleichzeitig wird die Übertragungskapazität von Strom vom Umspannwerk im Stühlinger erneuert, um so eine neue Infrastruktur für mehr E-Mobilität, Wärmepumpen und Strom zu schaffen. Außerdem wird die bestehende Wasserleitung durch eine neue Hauptversorgungsleitung ersetzt.

Durch die neue Strom-Infrastruktur wird – abhängig von der Tageszeit – eine Leistung von 10 Megawatt übertragen. Das entspricht ungefähr 8.500 Menschen, die sich gleichzeitig die Haare föhnen. Außerdem werden die Kommunikationsleitungen mit Glasfasertechnik erneuert. Mit der neuen Hauptversorgungsleitung können täglich etwa 17 bis 20 Millionen Liter Wasser transportiert werden. Das entspricht circa 127.000 Badewannenfüllungen.

„Freiburg hat sich ambitionierte Klimaziele gesetzt. Wenn wir wegkommen wollen von fossilen Energien, brauchen wir eine moderne und leistungsfähige Infrastruktur. Genau dafür steht der Energietunnel: Er schafft die Voraussetzung dafür, dass klimafreundliche Fernwärme künftig aus dem Westen der Stadt in die Freiburger Innenstadt kommt. Zugleich stärkt das Projekt die Versorgungssicherheit bei Strom, Wasser und Wärme und macht unsere Stadt widerstandsfähiger für die Anforderungen der Zukunft. Das ist ein wichtiger Baustein für die Energie- und Wärmewende in Freiburg“, sagt Martin Horn, Oberbürgermeister der Stadt Freiburg.

An anderer Stelle schreitet der Ausbau des Fernwärmenetzes voran. Bis Ende des Jahres werden neue Hauptleitungen im Stadtteil Mooswald verlegt. Bis Ende Oktober arbeitet Badenova Wärmeplus an einer neuen Fernwärmehauptleitung im Bereich des Technischen Campus der Universität Freiburg. Wegen der Arbeiten sind einige Bereiche gesperrt.

In der Faulerstraße entsteht derzeit die Zielgrube für den Energietunnel. Foto: Michael Bamberger