Gleichgesinnte zusammenbringen: Das wollte das erste „Playdate“ am Montag, bei dem rund 500 Menschen sich in der Markthalle zum Karten- und Brettspiele spielen trafen. Teilnehmende und Veranstalter sind zufrieden – und sehen Wiederholungsbedarf.
Brettspiele sind wieder in Mode: Das merkte man am vergangenen Montag enorm. Etwa 500 Personen hatten sich in der Markthalle getroffen. Nicht zum Essen oder Trinken – zum Spielen. Unter dem Motto „Playdate“ luden die Spieletreffs der Stadtteile, das Nachhaltigkeitsmanagement der Stadt Freiburg und das „Freispiel“ ein. Das Angebot sollte niederschwellig sein, für jeden etwas bieten, so Florian Högner vom Freispiel. Anfangs angedachte Bewegungsangebote – zum Beispiel eine Tischtennisplatte – wurden aufgrund der Location nicht genutzt.
Jeden zweiten Montag bietet das Freispiel einen Spieletreff: Auch da geht es um niederschwellige Kontakte und einfache Spiele, die schnell zu erklären sind und nicht zu lange dauern. Trotzdem sieht Högner das „Playdate“ in der Markthalle als eine Veranstaltung mit Eventcharakter: „Die Atmosphäre ist hier ganz anders.“
Während im Freispiel die Altersklasse laut Högner eher jünger sei, war sie am Montag gut durchmischt: Von „Rummy Cup“ und „Ubongo“ über Kartenspiele bis hin zu unbekannteren Brettspielen war für jeden etwas dabei. Rund 50 Spiele hatte das Freispiel mitgebracht, weitere 100 steuerten die Spieletreffs bei.
Seit einigen Jahren merke man deutlich steigendes Interesse für Brettspiele, so Högner. Corona habe den Trend noch verschärft, während das Interesse in den 2000ern und 2010ern eher rückläufig war. „Brettspiele sind etwas ganz anderes, als online miteinander zu spielen“, sagt Florian Högner. „Die Kommunikation ist anders.“ Viele Menschen wollen weg vom Bildschirm, glaubt er – zurück ins Hier und Jetzt. Immer mehr Spiele bieten einen Solomodus an: „Nicht in jedem Freundeskreis werden Brettspiele gespielt“, sagt Högner. Andere wollten gezielt alleine Spielen. Dabei sieht er Brettspiele als Kontaktvermittler: „Man kommt mit anderen Menschen in Kontakt, ohne direkt etwas Privates über sich preisgeben zu müssen“, sagt Högner.

Gemeinsam spielt es sich besser. Foto: Enya Steinbrecher
Das sieht auch Jenny Coppone. Gemeinsam mit einer Freundin ist die 29-Jährige am Montagabend in die Markthalle gekommen. Die Spieletreffs kennt sie schon aus dem Freispiel. In der Markthalle habe es keine drei Minuten gedauert, bis sich die beiden mit weiteren jungen Frauen zusammengeschlossen hatten und gemeinsam das Kartenspiel „Love Letter“ spielten. Sie selbst habe das Spiel schon gekannt. „Das macht einfach Spaß, wenn mehrere dabei sind“, so Coppone. Generell spiele sie gerne Brettspiele: „Man hat dabei immer was zu tun und Gespräche entwickeln sich nebenbei“, so die 29-Jährige.
Auch Ulrike Meier kam zum „Playdate“ – und war positiv überrascht von der Anzahl der Menschen. „Man kommt schnell in Kontakt und die Auswahl an Spielen ist hier sehr groß.“ Sie hofft, dass die Veranstaltung öfter stattfindet.
Auch Peter Rinker vom Nachhaltigkeitsmanagement der Stadt sieht Wiederholungsbedarf: „Es war von Anfang an super voll – unsere Erwartungen wurden auf jeden Fall übertroffen.“ Nur ein Termin für ein zweites „Playdate“ fehlt noch.


Das Playdate in der Markthalle brachte
Brettspielfreunde zusammen. Foto: Enya Steinbrecher