Die Stadtverwaltung möchte Vorwürfen entgegentreten, dass die Bauarbeiten in der Kappler Straße in Freiburg-Littenweiler unnötig verlängert werden. Der anhaltende Regen der vergangenen Tage sorgt für zu viel Feuchtigkeit im Untergrund, wodurch es nicht möglich ist zu asphaltieren.
An einer der derzeit größten und längsten Baustellen in Freiburg wird bereits seit Februar 2025 gearbeitet. Nach bisherigem Zeitplan sollen die Arbeiten, die in fünf Bauabschnitten vonstattengehen, bis 2027 abgeschlossen werden. Noch ist man im ersten Bauabschnitt, für den die Kappler Straße zwischen Lindenmattstraße und Kreuzsteinacker komplett gesperrt ist. Dessen Ende war eigentlich zuletzt im Februar geplant gewesen.
Für Anwohnende ist die Baustelle eine Dauerbelastung, denn ein Teil des Verkehrs zwängt sich durch die Ekkebertstraße, eigentlich eine Spielstraße, doch die Verkehrsberuhigung war wegen der Bauarbeiten aufgehoben worden. Der Unmut der Anwohnenden führte zu einem moderierten Güteverfahren vor dem Verwaltungsgericht. In dessen Zuge versicherte die Stadt, dafür zu sorgen, dass der erste Bauabschnitt so schnell wie möglich beendet wird.
Um zu demonstrieren, worin momentan der Grund dafür liegt, dass es in der Kappler Straße nicht vorangeht, hat die Stadt am vergangenen Freitag zu einem Vororttermin für die Presse eingeladen.

„Der Boden schwimmt“
Auf dem Messgerät von Albin Enderlin, Mitarbeiter des Bauunternehmens Schleith, zeigt sich der Wert 2,39. Ein paar Meter weiter hinten hatte der Wert sogar 3,23 betragen. „Der Boden schwimmt“, erklärt Bauleiterin Lara Boehm. Liege der Wert, der durch einen Drucktest ermittelt wurde, über 2,2, könne keine Asphaltschicht aufgetragen werden. Sonst könnten später bei Belastung der Straße Risse und Verwerfungen auftreten, so Boehm. Die Bauarbeiten würden deshalb länger dauern als ursprünglich angenommen. Ein fester Termin sei momentan unmöglich zu nennen, sagt Frank Uekermann, Leiter des Garten- und Tiefbauamts der Stadt Freiburg. „Ende März wird knapp werden, das sage ich jetzt schon mal voraus“, ergänzt Uekermann, auf das bisher angepeilte Bauende im März 2027 Bezug nehmend. Niemand habe Interesse daran, dass die Baustelle länger dauere, betont er. Das koste nicht nur die Stadt, sondern auch die Baufirma mehr Zeit und mehr Geld. Es seien sich ändernde Rahmenbedingungen, die dafür sorgten, dass manche Arbeiten länger dauerten.
„Wir bauen im Bestand“, sagt Boehm. Erst als der Boden offen war, hatte sich gezeigt, dass an den Wasserleitungen nachgearbeitet werden musste. Parallel dazu wurden neue Kabel für Strom und Beleuchtung verlegt, auch Glasfaser für schnelles Internet wird verlegt – Arbeiten, die ursprünglich nicht eingeplant waren, „aber sinnvollerweise mit erledigt werden“.
Heike Schwende


Ein Plattendruckversuch zeigt, wie stark sich der nasse Boden unter Druck verformt. Foto: Heike Schwende