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Hintergrund: Invasive Arten wie der Japankäfer schädigen die heimische Pflanzenwelt

JapankäferDer Japankäfer ist in Freiburg entdeckt worden – in großer Anzahl kann er hier zur Bedrohung der heimischen Flora werden. Foto: Adobe.Stock

Der Japankäfer ist in Freiburg angekommen – 15 Exemplare der invasiven Art hat der Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums am Güterbahnhof festgestellt. Auch andere invasive Arten werden in Freiburg zum Problem – das Landratsamt bereitet eine Allgemeinverfügung vor, um die Ausbreitung zu stoppen.

Der Japankäfer ist ein als „prioritärer Quarantäneschädling“ eingestufter Schädling: Nun wurde er am Güterbahnhof festgestellt. Seit Anfang Juli seien dort 15 Japankäfer gefangen worden, so Sebastian Fricker, Referatsleiter für pflanzliche und tierische Erzeugung des Regierungspräsidiums Freiburg. Der Käfer komme bisher in Deutschland noch nicht vor, mit Ausnahme von wenigen Funden, so Fricker. Sollte er jedoch heimisch werden, könne er erhebliche wirtschaftliche, soziale und ökologische Schäden verursachen: „Er frisst an mehr als 400 sogenannten Wirtspflanzen, ist also nicht besonders wählerisch. Dies macht ihn hierzulande so gefährlich.“ Besonders gefährdet seien Obstkulturen, Weinreben sowie landwirtschaftliche Kulturen wie Mais und Soja. Auch Baumarten, Grünflächen und Zierpflanzen könnten betroffen sein. „Als Larve frisst er von unten im Boden vorzugsweise an Graswurzeln in feuchtem Rasen und verursacht so unter anderem Schäden an Rasen und Grünflächen.“

In den USA und Italien hat der Japankäfer bereits erhebliche Schäden an Weinreben verursacht. Ganze Kolonien von Käfern haben hier die Blätter komplett kahl gefressen und somit zu Ertragseinbußen geführt. In Deutschland sei der Käfer bisher nur vereinzelt in Fallen entdeckt worden, doch die Gefahr einer Einschleppung bestehe weiterhin, sagt Fricker. In seiner Heimat gilt der Japankäfer übrigens nicht als bedeutender Schädling: Dort kommen natürliche Gegenspieler vor, die es hier in Europa allerdings nicht gibt.

Um die Ausbreitung des Japankäfers zu verhindern, existiere daher ein „Notfallplan zur Bekämpfung des Japankäfers in Baden-Württemberg“. Dieser Plan sieht Maßnahmen vor, die sich hauptsächlich gegen die Larven des Käfers richten. „Mögliche Maßnahmen wären beispielsweise ein Bewässerungsverbot von Grünflächen, die Ausbringung eines natürlichen Schädlingsbekämpfungsmittels in den Boden, um die Larven zum Absterben zu bringen wie auch ein Verbringungsverbot von begrüntem Oberboden mit dem Ziel, das Verschleppen von Larven zu verhindern.“

Landratsamt plant Allgemeinverfügung

Für den Raum Freiburg sei das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald zuständig, das derzeit vom Regierungspräsidium in der Vorbereitung einer Allgemeinverfügung unterstützt werde, so Fricker.
Der Pflanzenschutzdienst des Regierungspräsidiums überwacht auch andere Quarantäneschädlinge: Dazu gehörten das Feuerbakterium, der Eschenprachtkäfer und der Asiatische Laubholzbockkäfer. Im Fall des Japankäfers findet derzeit ein Monitoring mit Fallen statt, die mit Pheromonen ausgestattet sind und von Mai bis September kontrolliert werden. Die Standorte der Fallen seien mittels GPS erfasst und in einer speziellen App registriert.

Da der Japankäfer aber auch unentdeckt mit Pflanzen, Autos oder Gepäckstücken nach Deutschland gelangen könnte, ist die Mithilfe der Bevölkerung gefragt: So sollen potentielle Funde per Foto dokumentiert und der Käfer in einer Plastiktüte eingefroren werden. Laut Fricker bestehe jedoch eine recht große Verwechslungsgefahr mit heimischen Käferarten wie dem Gartenlaubkäfer oder dem Rosenkäfer. Der Japankäfer ist der kleinste dieser Arten: Er ist in der Regel nicht größer als eine 5-Cent-Münze und zeichnet sich durch fünf kleine Haarbüschel an den Seiten und zwei weiße Haarbüschel am Hinterleib aus.