Letzter Schultag und ab ins Vergnügen! Die Sommerferien beginnen diese Woche und damit die Hauptsaison der Touristikbranche. Auch in Freiburg ist das Reisefieber hoch. Doch wohin zieht es die Freiburger in den großen Ferien? Der Wochenbericht hat sich in der Stadt bei Reiseexperten umgehört.
Tatsache ist: Die Reiselaune der Deutschen hat sich nach dem Corona-Knick wieder stabilisiert. Trotz tendenziell leicht angespannter Kassen wollen die wenigsten auf Urlaube verzichten. Die Klassiker rund ums Mittelmeer führen laut Angelika Hummel, Geschäftsführerin des TUI ReiseCenters in der Grünwälderstraße, auch in diesem Sommer die Beliebtheitscharts an. Spanien, Griechenland, Türkei, aber auch günstigere Ziele wie Tunesien, Bulgarien und Ägypten sowie Kroatien und Aufsteiger Albanien seien gefragt. Griechenland verzeichne dabei laut Angelika Hummel die größten Zuwächse.
Bei den Fernreisen seien die USA aufgrund der aktuellen politischen Lage und verschärfter Einreisekontrollen der große Verlierer, während Südafrika, Sansibar und Tansania als Fernreiseziele hoch im Kurs stünden. Einer ungewohnt starken Nachfrage erfreue sich Japan, berichtet indes Moritz Schmitz von der Reisewelt Freiburg im Stadtteil Zähringen. Beeindruckende Landschaften, große Städte und viel Kultur locken neben einem historisch günstigen Umrechnungskurs.
Ungebremst hoher Nachfrage erfreuen sich auch Kreuzfahrten. „Für uns ist das mittlerweile fast das Hauptthema“, erklärt Angelika Hummel. Der Grund, sagt sie, sei das attraktive Preis-Leistungs-Verhältnis, der hohe Erlebniswert und die Familienfreundlichkeit dieser Urlaubsart. Diesen Trend bestätigen auch andere Reisebüros in Freiburg, mit denen der Wochenbericht gesprochen hat.
Laut einer aktuellen ADAC-Tourismusstudie mit 2.900 Befragten gaben 24 Prozent an, mit einem kleineren Urlaubsetat als im Vorjahr auszukommen. Diesen Trend kann auch Ali Tokgöz, Reisekoordinator beim ADAC Südbaden, bestätigen. Außerdem sagt er, dass aufgrund der sehr späten Pfingstferien das Buchungsverhalten verhaltener ausfalle als im Vorjahressommer. Auch die Preissteigerungen von teils 40 Prozent – im Vergleich zu vor fünf Jahren – bei klassischen Pauschalreisen würden für Zurückhaltung bzw. ein Umdenken bezüglich des Urlaubsziels sorgen.
„Wer gerne verreist, findet am Ende immer ein Ziel“, so Tokgöz. Auch er registriert, dass vor allem bei Familien Kreuzfahrten boomen. Moritz Schmitz von Reisewelt berichtet: „Am liebsten Reisen unsere Familien in Club-Anlagen wie Robinson oder TUI Kids Club.“ Pärchen ziehe es hingegen auf kleinere Inseln wie etwas Santorin oder Ibiza. Oft seien das Luxus-Resorts, aber auch Erlebnisreisen Richtung Skandinavien oder Asien seien beliebt, berichtet Schmitz.
Besonders reiselustig sind betuchte Senioren. „Unsere Golden Ager fliegen entweder wie gewohnt auf die Kanaren, zunehmend erkennen wir aber ein Interesse an Fernreisen wie Kreuzfahrtschiffe in Asien, Rundreisen in Australien und Safaris in Afrika“, sagt Schmitz.
Bei USA-Reisen – das berichten alle Befragten – gebe es hingegen einen Einbruch von über 20 Prozent gegenüber 2024. „Teilweise stornieren die Leute sogar, weil sie Bedenken haben, nicht rein zu kommen oder einfach durch den Präsidenten abgeschreckt werden“, berichtet Tokgöz. Ein Trend sei indes Urlaub in Deutschland, weil man sich da die kostspielige Anreise spare. Auch die Alpenregionen – speziell Südtirol – hätten weiterhin ihre Fans. Der Geheimtipp für Kurzentschlossene sei, so der ADAC-Experte die Türkei. „Dort kann man jetzt wahre Schnäppchen machen“, verspricht er. Sven Meyer