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Hitzewelle belastet Freiburgs Schulen: Stadtverwaltung setzt auf kurzfristigen Hitzeschutz

Hitze in der SchuleDieses Foto von 2023 ist sinnbildlich ist für die Situation in Freiburgs Klassenzimmern. Foto: Michael Bamberger

Freiburg schwitzt und schwitzt. Ganz besonders rückt an diesen heißen Tagen die Situation an den städtischen Schulen und Kitas in den Fokus. Freiburger Gemeinderäte fordern deshalb einen besseren Hitzeschutz für die Jüngsten. Die Stadt verweist auf kurzfristige Maßnahmen, die sie umsetzt.

Die Hitzewelle im Juni sorgte für Ausnahmesituationen an Freiburgs Schulen. An der Tullaschule im Stadtteil Brühl wurden zeitweise 31 Grad in den Klassenzimmern gemessen, sodass die Schülerinnen und Schüler verkürzte Unterrichtszeiten hatten. Im besonders betroffenen Kepler-Gymnasium im Rieselfeld kühlt das Gebäude auch nachts kaum aus. Und in der für 110 Millionen Euro neu gebauten Staudinger-Gesamtschule wurde ein Hitzenotfallplan aktiviert, weil die moderne Gebäudetechnik Aussetzer hatte, wie die BZ berichtet. In diesem Stil ließe sich die Freiburger „Schwitze“-Liste fortsetzen.

Die Stadt als Schulträgerin erklärt auf Anfrage, dass es zahlreiche Maßnahmen gebe, mit der sie in der aktuellen Hitzeperiode für Entlastung sorge. So würden Ventilatoren beschafft, Hitzeschutzfolien angebracht und die Schulen bei der Nachtauskühlung in Ausnahmefällen organisatorisch unterstützt. Das Amt für Schule und Bildung kümmere sich zudem um die Schulhöfe und beschafft für diese Großschirme, so der städtische Pressesprecher Toni Klein. Zudem würde das Immobilienmanagement auf verschiedene Maßnahmen setzen, um die Hitze in den Gebäuden zu reduzieren. „Dazu gehört, die Verschattung der Innenräume zu verbessern, die Nachtauskühlung zu nutzen, mehr Bäume zu pflanzen. Bei dauerhaften Höchsttemperaturen stoßen aber auch diese Maßnahmen zwangsläufig an ihre Grenzen“, so Toni Klein.

Im Freiburger Gemeinderat zeigt man sich derweil unzufrieden mit der Stadtverwaltung. „Es ist nicht akzeptabel, dass Kinder unter Bedingungen lernen müssen, die ihre Gesundheit gefährden“, sagt zum Beispiel Stadträtin Petra Himmelspach-Haas von den Grünen. Die stärkste Gemeinderatsfraktion fordert etwa die Installation von Wasservernebelungsanlagen auf Schulhöfen, die Einrichtung eines Krisenstabs für Hitzewelle und die Aufhebung des Verbots für mobile Klimaanlagen.

Dieses Verbot habe der Stadt zufolge energetische Gründe. „Auf Klimaanlagen wird aufgrund des hohen Energieverbrauchs und der Wartungsintensität in städtischen Gebäuden grundsätzlich verzichtet“, so Toni Klein. Auch bauliche Gründe spielten eine Rolle. So erforderten mobile Klimaanlagen eine Öffnung für den Abluftschlauch, was entweder Eingriffe in die Bausubstanz
bedeute oder bei der dauerhaften Öffnung von Fenstern wiederum Wärme hereintrage.

Auch Fragen zum geplanten Hitzeschutz an künftigen Neubauten werden gestellt. In einem Schreiben an den Oberbürgermeister möchte die Fraktion der Freien Wähler wissen, welche Hitzeschutzmaßnahmen zum Beispiel am neuen Schulcampus Dietenbach geplant seien. „Wir halten es für erforderlich, dass Freiburg bei neuen Schulbauten eine Vorreiterrolle übernimmt und konsequent auf wirksamen Hitzeschutz setzt“, schreibt die Fraktion. Die städtische Pressestelle erklärt hierzu auf Anfrage, dass dieses Thema in der Planung für den Schulcampus berücksichtigt werde, etwa mit Hilfe von Temperierung durch Grundwasser, so Toni Klein. Dieses Verfahren strebt die Verwaltung außerdem bei anderen geeigneten Neubauprojekten an, etwa bei der Kita im Moos und der Kita Violett.