Allein im vergangenen Jahr registrierte die Polizei im Stadtkreis Freiburg mehr als 2.700 Fahrraddiebstähle. Nur 7,5 Prozent der Fälle konnten aufgeklärt werden. Damit sich das ändert, ist die Fahrradgruppe nun nicht mehr nur im Einsatz, um Verkehrsverstöße zu kontrollieren. Sie sind nun auch verstärkt Fahrraddieben auf der Spur.
Speziell geschulte Polizisten sind seit Mai 2025 mit E-Bikes im Stadtgebiet Freiburg auf Streife. Sie überwachten bisher vor allem Brennpunkte, wo viele Radler unterwegs sind und es öfter zu Unfällen kommt. Jetzt haben sie vor allem auch Fahrraddiebe im Visier. „Wir haben eine schlechte Aufklärungsquote von 7,5 Prozent. Wir wollen so den Kontroll- und Fahndungsdruck erhöhen, die Fälle reduzieren und die Täter ermitteln“, erklärte Heiko Baumgärtner, Leiter der Verkehrspolizeiinspektion,
bei einem Pressegespräch am Dienstag.
In den kommenden Monaten wird es verstärkte Kontrollen geben. Gezielt sollen gestohlene Räder aufgespürt und Täter geschnappt werden. „Wir picken uns Radfahrer für eine Kontrolle raus, wenn etwas nicht passt. Beispielsweise wenn ein Mann auf einem Kinder- oder Frauenrad unterwegs ist“, sagte Andreas Meier, Leiter der Fahrradgruppe. Dann wird das Rad anhand der Rahmennummer überprüft und mit einer bundesweiten Datenbank gestohlener Räder abgeglichen, und es wird nachgefragt, wo es gekauft wurde. Stellt sich heraus, dass es geklaut ist, gebe der Täter auch gerne mal Gas, da sei eine Verfolgung auf dem Rad leichter als mit dem Streifenwagen. Die Polizisten auf dem Rad kontrollieren beispielsweise auch in Parks oder auf Radschnellwegen. „Wir sind in Zweier- oder Dreierteams in der Stadt unterwegs. Wir kriegen viel mehr mit und werden öfter angesprochen, das Feedback ist bisher sehr positiv“, so Andreas Meier.
Seit 1. April wurden mehr als 20 geklaute Fahrräder sichergestellt. Allein im vergangenen Jahr gab es im Stadtkreis Freiburg 2.704 solcher Fälle – ein Anstieg von 16,8 Prozent. Der Sachschaden liegt bei mehr als vier Millionen Euro. Vor allem hochwertige Pedelecs sind bei den Dieben begehrt. Zum Vergleich: In Karlsruhe waren es im Jahr 2025 1.400 gestohlene Räder, in Mannheim 1.250. In Freiburg sind die Fahrraddiebe laut den Polizisten meist am Nachmittag und Abend unterwegs. Oft werden die Räder beispielsweise mit einem Transporter nach Frankreich gebracht und zwischengelagert, bevor es nach Osteuropa geht.
Deshalb der Appell der Beamten: „Jeder, der etwas Verdächtiges sieht, sollte den Notruf wählen“, so Andreas Meier. Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit deutlich, den Dieb auf frischer Tat zu erwischen. Außerdem sei es wichtig, sich die Rahmennummer zu notieren, und ganz wichtig: „Ein teures Rad sollte auf jeden Fall ein vernünftiges Schloss haben“.


Die „Fahrradgruppe“ der Polizei Freiburg ist mit E-Bikes in der Stadt unterwegs – sie haben bei ihren Kontrollen nun vor allem Raddiebe im Visier. Foto: Schuh