bz.medien-logo

Kann die Universität Freiburg im Herbst erneut Exzellenzuniversität werden?

Nach Jahren ohne Titel hofft die Universität Freiburg, erneut Exzellenzuniversität zu werden. Foto: Thomas KunzNach Jahren ohne Titel hofft die Universität Freiburg, erneut Exzellenzuniversität zu werden. Foto: Thomas Kunz

Ein Mitarbeiter, der Damentoiletten mit Kameras verwanzt. Eine Bibliothek, bei der es aufgrund von Baumängeln auch nach zehn Jahren noch reinregnet. Die Universität Freiburg hat zuletzt nicht gerade für positive Schlagzeilen gesorgt. Das soll nun anders
werden, denn die Uni macht sich Hoffnungen, im Herbst wieder den begehrten Titel als Exzellenzuniversität zurückzuerobern.

Letzte Woche war eine internationale Expertenkommission zwei Tage lang in Freiburg zu Gast, um sich mit der Hochschule und ihren Exzellenz-Clustern zu befassen. Melanie Fetscher-Fehr, Leiterin des Geschäftsbereichs Strategie und Kommunikation an der Uni Freiburg, und Uni-Rektorin Kerstin Krieglstein zogen zu Wochenbeginn eine positive Bilanz des Besuchs.

Zwei Exzellenz-Cluster sind im Rennen

Im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder werden herausragende Forschungsverbünde, sogenannte Exzellenz-Cluster, derzeit mit knapp 700 Millionen Euro im Jahr gefördert. Freiburg war von 2005 bis 2012 Exzellenzuniversität, verlor aber dann zweimal in Folge mit seinen Bewerbungen. Nun sind erneut zwei interdisziplinäre Exzellenz-Cluster aus den Bereichen Forstwissenschaften und Life Sciences im Rennen; im Herbst wird bekannt gegeben, ob sie erfolgreich sind.

Alle Unis, die eine Förderung beantragen, müssen dafür ein standardisiertes Auswahlverfahren des deutschen Wissenschaftsrates mit Expertenbesuchen wie in der vergangenen Woche in Freiburg durchlaufen. „Im Mittelpunkt der Begehung stand die Exzellenzstrategie der Universität Freiburg „The Future Research University: Sparking Change That Matters“, mit der sich die Universität um den Titel Exzellenzuniversität bewirbt“, so Fetscher-Fehr. Die Gutachtergruppe bestand aus neun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Europa, Nordamerika und Australien. Die internationale Zusammensetzung sei ein wichtiger Bestandteil der Exzellenzstrategie, da neben wissenschaftlicher Spitzenleistung auch die internationale Wettbewerbsfähigkeit und Sichtbarkeit von Universitäten bewertet werde, so Fetscher-Fehr. „In verschiedenen Formaten auf dem ganzen Campus wurden sowohl wissenschaftliche Themen als auch Fragen der Universitätsentwicklung, Governance, Karriereförderung, Internationalisierung und des Wissenstransfers mit Forschenden, Studierenden, Beschäftigten sowie Mitgliedern des Rektorats diskutiert.“

Stichtag ist der 2. Oktober

Auch Vertreter aus Wissenschaft, Gesellschaft, Wirtschaft und Politik, darunter Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) und Wissenschaftsministerin Petra Olschowski (Grüne), haben den Besuch begleitet. „Wir haben die Begehung als intensive und zugleich sehr positive Erfahrung erlebt“, so Rektorin Kerstin Krieglstein im Anschluss. „Besonders beeindruckend waren die große Beteiligung und das Engagement unserer Universitätsmitglieder sowie die Bereitschaft, ihre Ideen, Erfahrungen und Perspektiven einzubringen.“ Man habe „zahlreiche positive Rückmeldungen“ der Kommission erhalten. „Selbstverständlich können und wollen wir daraus keine Rückschlüsse auf die spätere Entscheidung ziehen. Die Rückmeldungen bestärken uns
jedoch in dem Eindruck, dass es gelungen ist, die Stärken der Universität Freiburg und die zentralen Ideen unserer Strategie überzeugend zu vermitteln“, so Krieglstein.

Die Expertenrunde wird nun einen Bericht erstellen, auf dessen Basis am 2. Oktober das Exzellenz-Votum bekannt gegeben wird. Mit dem Titel Exzellenzuniversität wäre für die Uni Freiburg „eine substanzielle zusätzliche Förderung“ von bis zu zehn Millionen Euro je Exzellenz-Cluster und Jahr verbunden, die „wichtige Gestaltungsspielräume“ für die Umsetzung der „Zukunftsagenda“ eröffne, teilte die Universität zu Wochenbeginn auf Nachfrage mit.

Bernd Peters