Mit zahlreichen Veranstaltungen, Workshops und Mitmachaktionen startet Freiburg in den kommenden Monaten eine groß angelegte Solaroffensive. Unter dem Titel „Solarsommer“ will die Stadt Privatpersonen, Schulen, Unternehmen und Initiativen für den Ausbau der Photovoltaik gewinnen – und damit dem Ziel der Klimaneutralität bis 2035 näherkommen.
Bei einer Pressekonferenz stellte Umweltbürgermeisterin Christine Buchheit das Programm am Montag offiziell vor. Nachdem in den vergangenen Jahren vor allem der Ausbau der Windkraft vorangetrieben wurde, rückt nun die Nutzung von Solarenergie stärker in den Fokus. Neue Windkraftanlagen – zum Beispiel auf der Holzschlägermatte, dem Taubenkopf und dem Rosskopf – seien wichtige Schritte gewesen, so auch Klaus von Zahn, Amtsleiter des Umweltschutzamtes. Während bei der Windkraft mit jeder Anlage „riesige Sprünge“, so von Zahn, erzielt werden könnten, sei es bei Photovoltaik viel kleinteiliger. Nun gehe es darum, Freiburgs Dächer verstärkt für die Energiegewinnung zu nutzen.
Zentraler Bestandteil des Solarsommers ist das sogenannte „Solarmobil“, ein mobiler Informations- und Mitmachstand in Form eines Fahrradanhängers. Bis Ende Oktober soll er auf verschiedenen Veranstaltungen und in Stadtteilen unterwegs sein. Vor Ort beraten unabhängige Fachleute zu Photovoltaik, Fördermöglichkeiten und den ersten Schritten zur eigenen Solaranlage. Auch Schulen sollen verstärkt eingebunden werden. Geplant sind Fortbildungen für Lehrkräfte sowie Workshops und Wettbewerbe rund um Solarenergie. Bei einer Auto-Solarrallye bauen Schülerinnen und Schüler beispielsweise eigene kleine Solarautos aus Modulen, Motoren und Zahnrädern. Ziel sei es, technisches Wissen spielerisch zu vermitteln und zugleich Interesse an Berufen in der Solarbranche zu wecken.
Darüber hinaus umfasst das Programm Radtouren, Spaziergänge, Infostände und DIY-Workshops. Erwachsene und Jugendliche können dort unter anderem lernen, eigene Balkonkraftwerke zu bauen. Ein zentraler Veranstaltungskalender bündelt sämtliche Angebote.
280 Gigawattstunden Solarstrom bis 2030
Die Stadt setzt große Hoffnungen in den Ausbau der Photovoltaik. Bis 2030 soll sich die Stromerzeugung aus Solarenergie im Vergleich zu 2020 verfünffachen. Die jährliche Produktion müsste dafür von derzeit 96 auf rund 280 Gigawattstunden steigen. Gute Voraussetzungen bietet laut Stadt das Klima: Mit rund 2.700 Sonnenstunden im Jahr zählt Freiburg zu den sonnigsten Städten Deutschlands.
Auch der Tierschutzverein Freiburg kann sich freuen: Im Rahmen des Solarsommers soll er einen Zuschuss in Höhe von 25.000 Euro für den Bau einer Photovoltaikanlage bekommen. Diese soll auf dem Dach des Neubaus entstehen, der nun nach dem Brand benötigt wird.


Freiburgs Dächer haben Potenzial: 280 Gigawattstunden Strom möchte die Stadt bis 2030 mit Photovoltaik erzeugen. Foto: Pixabay.de