Sie sprechen mit Feiernden, die die Musik laut aufgedreht haben, oder weisen darauf hin, wo Müll entsorgt werden kann. Die Freiburger Nachtmediatoren sind nun schon im vierten Jahr im Einsatz – und ihr Engagement zahlt sich aus. So gab es zum Beispiel von Anwohnern am Seepark deutlich weniger Beschwerden. Mit ihren leuchtend roten T-Shirts erkennt man sie schon von Weitem: Insgesamt elf Nachteulen sind ab sofort donnerstags, freitags, samstags und vor Feiertagen jeweils von 17 bis 23 Uhr unterwegs, meist in Zweierteams – im Seepark, in der Innenstadt, im Colombipark, im Eschholzpark, an der Dreisam und auf dem Stühlinger Kirchplatz.
„Die Reaktionen sind größtenteils sehr positiv. Viele kennen uns auch noch nicht. Wir setzen uns für gegenseitiges Verständnis und ein respektvolles Miteinander ein. Als Nachtmediator sollte man aber auch Humor haben und nichts persönlich nehmen“, erzählt Rachel Staffa, die seit einem Jahr dabei ist.
„Wir gehen auf die Leute zu und führen meist konstruktive Gespräche. Wenn wir Glück haben, funktioniert es beim ersten Mal und die Musik bleibt leiser. Wenn nicht, kommen wir nochmal vorbei. Das ist der große Vorteil, dass wir dauerhaft vor Ort sind“, so Jade Decker, die bereits seit Anfang an Teil des Projekts ist.
Situation im Seepark „deutlich verbessert“
Sie unterstützen auch praktisch, informieren, wo die nächste Grillwiese oder öffentliche Toilette ist, ab wann die Nachtruhe gilt, begleiten bei Bedarf zur nächsten Bahnhaltestelle oder geben Müllbeutel aus, damit Verpackungen und Flaschen nicht einfach liegen bleiben. Und das zeigt Wirkung: „Im Seepark hat sich die Situation deutlich verbessert“, so Ramon Oswald, Leiter der Abteilung Öffentlicher Raum beim Amt für öffentliche Ordnung. Von Anwohnern am Seepark gab es deutlich weniger Beschwerden in den letzten Jahren. Viele potenzielle Konflikte entstünden erst gar nicht.
„Die Nachtmediatoren sind eine echte Erfolgsgeschichte. Ich bin überzeugt vom präventiven Ansatz – die positiven Rückmeldungen der Anwohnenden und auch der Feiernden bestärken uns auf diesem Weg“, so auch Ordnungsbürgermeisterin Carolin Jenkner. Das präventive Team sei „eine Besonderheit, deshalb werden wir schon von anderen Städten angefragt“, sagte Franziska Scheuble,
Leiterin des Amts für öffentliche Ordnung.
Gestartet ist das Projekt im Mai 2023 mit vier Nachtmediatoren. Mit elf in Teilzeit beschäftigten Mitarbeitern sind die Nachteulen in diesem Sommer deutlich präsenter. Ein kleines Team war auch im vergangenen Herbst und Winter im Einsatz.


Freuen sich über die Verstärkung für die Nachtmediatoren (v.l.): Ramon Oswald, Leiter der Abteilung Öffentlicher Raum beim Amt für Öffentliche Ordnung, die „Night Owles“ Edwin Velasco-Caicedo, Rachel Staffa, Sakhi-Ahmad Noori, Joris Kamerzin, Jade Decker, Aaron Aschenbrenner, und Elena Liegl, Ordungsbürgermeisterin Carolin
Jenker und Franziska Scheuble, Leiterin des Amts für öffentliche Ordnung. Foto: Schuh