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SC Freiburg verliert Halbfinale in Stuttgart nach Last-Minute-Treffer in der Verlängerung

SC FreiburgHerbe Enttäuschung: Freiburg verliert nach großem Kampf 1:2 nach Verlängerung beim VfB Stuttgart. Foto: Detlef Berger

Die Halbfinal-Wochen des SC Freiburg beginnen mit einer Enttäuschung: Wie vor 13 Jahren verliert der SC Freiburg ein DFB-Pokal-Halbfinale beim VfB Stuttgart mit 1:2 (1:0). Das Freiburger Führungstor erzielte Maximilian Eggestein, Torwart Florian Müller hielt die Schuster-Elf lange im Spiel.

Was für ein Pokalfight! Schon vor dem Anpfiff war die Atmosphäre in der mit 60.000 Zuschauern ausverkauften MHP-Arena elektrisierend. Rund 6.000 mitgereiste Freiburger verwandelten den Gästeblock in ein rot-weißes Fahnenmeer. Aufgrund massiver Pyrotechnik im VfB-Fanblock konnte Schiedsrichter Tobias Welz die Partie erst mit einer fünfminütigen Verspätung freigeben.

6.000 mitgereiste Fans unterstützten die Breisgauer in der Landeshauptstadt. Foto: Detlef Berger

„Wir werden Freiburg auf jeden Fall nicht unterschätzen“, sagte Stuttgarts Nationalstürmer Deniz Undav vor dem Spiel im ARD-Interview. Doch dann machte der zurzeit so bärenstarke SC Freiburg in der ersten Halbzeit mal wieder Freiburg-Sachen: Während die Schwaben druckvoll starteten und sich anfangs ein klares Übergewicht erspielten, bewies die Mannschaft von Julian Schuster die nötige Kaltschnäuzigkeit und nahm eine verdiente Führung mit in die Kabine.

Ein taktischer Fehler im Aufbau zwischen Stiller und Nübel führte zu einer Ecke, die der Sportclub eiskalt ausnutzte: Maximilian Eggestein drückte den Ball nach einer Grifo-Ecke und einer Kopfball-Vorlage von Matthias Ginter über die Linie und stellte den Spielverlauf mit der ersten echten Chance auf den Kopf (28.). Freiburg stand zudem defensiv sicher und verteidigte leidenschaftlich unter den Augen von Bundestrainer Julian Nagelsmann.

Ginter verteidigt stark unter den Augen des Bundestrainers

Kurz nach Anpfiff des zweiten Durchgangs vergab Chris Führich (49.) das 1:1. Freiburg sorgte zwar immer wieder für Entlastung nach vorne, doch die Schwaben erhöhten zunehmend den Druck. In der 60. Minute schrammten die Gastgeber erneut knapp am Ausgleich vorbei – doch Müller stoppte Angelos Stillers Ball kurz vor der Linie. Auch der erneut glänzend aufgelegte Matthias Ginter störte in der Szene entscheidend. Nur eine Minute später zappelte der Ball dann doch im Freiburger Tor, bei Stillers Flachschuss stand der Ex-Freiburger Demirovic jedoch im Abseits, was dem VAR nicht entging.

Freiburg bejubelt Eggesteins Führung. Foto: Detlef Berger

Undav gleicht aus, Müller hält Freiburg im Spiel

Turbulent wurde es in der 70. Minute: Yuito Suzuki vergab am Stuttgarter Fünf-Meter-Raum das 2:0 für den SC – sein Schuss aus kürzester Distanz wurde jedoch geblockt. Nur 19 Sekunden später erzielte Undav im direkten Gegenzug den verdienten Stuttgarter Ausgleich. In der Folge entwickelte sich ein enger Schlagabtausch. Beide Mannschaften drängten auf die Führung. In der 82. Minute rettete das Aluminium für den SC, als Lienhart einen Schuss von Undav an den Freiburger Pfosten lenkte. In der vierminütigen Nachspielzeit der regulären Spielzeit entschärfte Florian Müller noch einmal zwei Großchancen von Führich (90.+2) und Undav (90.+4). Es ging in die Verlängerung.

Hölers Treffer zählt nicht

Die begann mit der vermeintlichen Freiburger Führung: Yuito Suzuki schickte den eingewechselten Lucas Höler auf die Reise, der den Ball im Tor unterbrachte (93.). Schiri Welz jedoch pfiff das Tor wegen Hölers Rempler gegen Jeff Chabot zurück, was für Protesten bei den Freiburgern sorgte. „Ich weiß nicht, warum er da abpfeifen muss. Das ist ein reguläres Tor. Das tut weh“, monierte Julian Schuster im ARD-Interview. In der 96. Minute hatte dann der VfB Pech, als Chris Führich den Ball an den Innenpfosten knallte. In der 103. Minute war erneut SC-Torwart Müller gefordert: Erst reagierte er im Stile eines Weltklasse-Keepers gegen Bilal El Khannouss und entschärfte auch die direkt folgende VfB-Ecke.

In der zweiten Hälfte der Verlängerung verflachte die Partie schließlich, echte Torchancen blieben aus. Doch als alles schon aufs Elfmeterschießen hinauszulaufen schien, schlug der eingewechselte Tiago Tomás zu: Per Hacke traf der Portugiese in der 119. Minute mitten ins Freiburger Herz. Der SC warf nochmal alles nach vorne. Doch wie im Jahr 2013 verloren die Breisgauer das Halbfinale in Stuttgart. „Die Niederlage tut weh. Es ist extrem schade“, sagte Freiburgs Torschütze Eggestein direkt nach Abpfiff in der ARD. „Beide Mannschaften haben hier alles reingeworfen. Am Ende ist es bitter, dass es in der 119. Minuten passiert. Aber wir haben ja noch ein Halbfinale.“

Das nämlich findet in der Europa League statt, wo es der SC Freiburg mit dem portugiesischen Erstligisten SC Braga zu tun bekommt. Das Hinspiel in Braga findet am kommenden Donnerstag statt, das Rückspiel in Freiburg am 7. Mai.