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OB-Wahl am Sonntag: Freiburg hat die Wahl

OB-Wahl FreiburgAus neun mach eins: Freiburg sucht einen neuen Oberbürgermeister oder eine neue Oberbürgermeisterin. Foto: Thomas Kunz

Seit sechs Wochen hängen die Plakate zur OB-Wahl im Stadtgebiet. Am kommenden Sonntag, 26. April entscheiden 175.000 Freiburgerinnen und Freiburger darüber, wer die nächsten acht Jahre als Oberbürgermeister oder Oberbürgermeisterin regieren soll. Acht von neun Kandidierenden wollen an die Macht. Die große Frage ist: Reicht ein Wahlgang?

Die Argumente sind ausgetauscht, jetzt geht es an die Wahlurnen. Was sich bereits sagen lässt: Das Interesse der Freiburger an der kommunalpolitischen Richtungsentscheidung war auch dieses Mal überraschend groß. Die Podiumsdiskussionen waren teilweise weit im Vorfeld ausgebucht. Bei einer Debatte in der Aula der Hebelschule blieben die Menschen, die keinen Platz mehr fanden, sogar draußen in der Kälte stehen und verfolgten die Debatte durch die geöffneten Fenster.

Neun Kandidierende stehen auf dem Stimmzettel. Die drei aussichtsreichsten Kandidaten, die allesamt parteilos sind, haben jeweils viel Rückenwind durch die Unterstützung von Parteien und Wählerinitiativen: Amtsinhaber Martin Horn wird von der SPD, der FDP, der Volt-Basis und der Initiative „Wir für hier“ getragen. Monika Stein wird von den Grünen, Linke Liste, Grüne Alternative, Urbanes Freiburg, Unabhängige Frauen, der Liste Inklusion und den beiden Volt-Stadträtinnen unterstützt. Der Freiburger Unternehmer Achim Wiehle erhält Unterstützung durch die CDU sowie von der Wählerinitiative „Aus der Mitte für Freiburg“. Parteilos ist auch Kandidat Dejan Mihajlović. Florian Braune wiederum ist zwar Mitglied der Freien Wähler, tritt aber für die eigene Wählergemeinschaft „Freiburg wir lieben dich“ an. Die Freien Wähler im Gemeinderat sprechen ausdrücklich keine Wahlempfehlung für einen der Kandidierenden aus. Stadtrat Karl Schwarz von der AfD dürfte ebenso nur Außenseiterchancen haben wie auch die Satire-Kandidaten Claudio Probst (APPD), Martin Borgmann (Die Partei) und Student Wim Kölker. Letzterer will sogar ausdrücklich gar nicht gewählt werden, sondern wollte nur unter Beweis stellen, dass er die nötigen Unterstützerunterschriften für eine Kandidatur schneller zusammenbekommt als der AfD-Vertreter (was ihm gelungen ist).

Was auffiel: Freiburg erlebte einen sachlichen und fair geführten Wahlkampf. Die Fetzen flogen nie. Einzig Achim Wiehle kritisierte den Oberbürgermeister mehrmals direkt auf offener Bühne, während sich Monika Stein mit Attacken auf Horn erstaunlich zurückhielt. Wie wird die Wahl ausgehen? Eine „ausgeprägte Wechselstimmung“ sei laut dem Freiburger Politikwissenschaftler Ulrich Eith jedenfalls nicht wahrnehmbar. Eine repräsentative Umfrage der BZ sieht OB Horn sogar klar vorne, auch was die Sympathiewerte angeht. Und so ist die spannende Frage, ob es schon im ersten Wahlgang eine Entscheidung geben wird – oder ob sich die beiden Stimmenbesten in einem möglichen zweiten Wahlgang am 17. Mai erneut gegenüberstehen. Freiburg hat die Wahl.

Info: Unsere Übersicht mit allen Kandidierenden gibt es hier.