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Drei Fragen an Politikwissenschaftler Ulrich Eith zum OB-Wahlkampf in Freiburg

Wahlwerbung WahlplakateFreiburg wählt am 26. April – wohin geht die politische Reise? Foto: Michael Bamberger

Rund 175.000 Freiburgerinnen und Freiburger sind am 26. April aufgerufen eine neuen Oberbürgermeister zu wählen. Neun Kandidaten stellen sich zur Wahl. Der Wahlkampf verläuft bislang respektvoll, aber intensiv. Der Freiburger Politikwissenschaftler Ulrich Eith erklärt im Kurzinterview, warum die hohe Kandidatenzahl eine Stichwahl wahrscheinlich macht.

Bisher wirkt das Geschehen im Wahlkampf verhalten. Scharfe Attacken der Kontrahenten untereinander sind bislang ausgeblieben. Wie schätzen Sie das ein?

Ulrich Eith: Alle Kandidierenden versuchen natürlich, ihre Vorstellungen ins richtige Licht zu rücken. Es finden zudem zahlreiche Veranstaltungen statt, die auch gut besucht sind. Insofern ist durchaus ein richtiger Wahlkampf zu beobachten. Dass die Kandidierenden respektvoll miteinander umgehen, heißt nicht, dass es keinen intensiven Wahlkampf gibt.

Gibt es aus Ihrer Sicht eine Wechselstimmung bei dieser Wahl?

Eith: Im Unterschied zur letzten OB-Wahl kann ich bei dieser Wahl keine ausgeprägte Wechselstimmung wahrnehmen. Aber die hohe Anzahl an Kandidierenden, die teilweise sehr bekannt sind, führt dazu, dass ein zweiter Wahlgang durchaus möglich ist.

Welche Rolle wird die Wahlbeteiligung bei der Wahl am 26. April spielen?

Eith: In der Vergangenheit hatten wir bei OB-Wahlen immer eine ganz gute Wahlbeteiligung. Alle, die den amtierenden OB herausfordern, werden ihre Wählerpotenziale mobilisieren. Auch diejenigen, die sich für eine weitere Amtsperiode von Amtsinhaber Martin Horn einsetzen, werden in dieser Situation zur Wahl gehen. Insofern stehen die Zeichen ganz gut, dass wir eine ordentliche Wahlbeteiligung haben werden.

Zur Person: Prof. Dr. Ulrich Eith (66 Jahre), ist Professor für Politikwissenschaft an der Universität Freiburg und seit 2008 Institutsdirektor des Studienhauses Wiesneck in Buchenbach.