Der SC Freiburg hat zum ersten Mal das Viertelfinale der Europa League erreicht. Durch einen 5:1 (2:1)-Heimsieg im Rückspiel gegen KRC Genk lösten die Breisgauer das ersehnte Viertelfinal-Ticket und treffen dort auf Celta Vigo. Und: Vincenzo Grifo ist durch seinen Treffer zum 3:1 nun alleiniger Rekordtorschütze des Vereins.
Schon in der 19. Minute ging die Mannschaft von Trainer Julian Schuster in Führung. Der Kopfballtreffer von Abwehrchef Matthias Ginter nach einer Grifo-Freistoßflanke egalisierte den 0:1-Rückstand aus dem Hinspiel vor einer Woche. Fast im direkten Gegenzug hätten die Belgier den Ausgleich erzielen können. Doch SC-Torwart Noah Atubolu parierte Bibous Kopfballchance sehenswert. „Atu hält den im richtigen Moment“ freute sich sein Trainer.
Freiburg erhöhte sechs Minuten danach auf 2:0. Ein abgefälschter Ball landete bei Ginter, der per Kopf zum einschussbereiten Igor Matanovic ablegte (25.). Genk kam in der Folge besser ins Spiel. In der 39. Minute fiel schließlich der 2:1-Anschlusstreffer – Matte Smets nutzte die Verwirrung im Freiburger Strafraum nach einem Abpraller vom Pfosten. Für die immer passiver werdenden Freiburger kam der Pausenpfiff dann genau richtig.
106 Tore: Grifo alleiniger Rekordtorschütze
Im zweiten Durchgang setzte der SC vor den 33.000 Zuschauern im Europa-Park Stadion endgültig den Kurs Richtung Viertelfinale. So ist Vincenzo Grifo zur Stelle, als ein Rückpass der Gäste zum Torwart zu kurz gerät (53.) Sein Treffer zum 3:1 ist Grifos 106. Pflichtspieltor für den SC Freiburg – damit löste er Nils Petersen ab und ist nun alleiniger Rekordtorschütze des Vereins. In der Mixed Zone nach Abpfiff verriet er, das er den Spielball als Erinnerung mitnehmen darf: „Der wird bedruckt und kommt in eine Vitrine“, sagte Grifo, der von einem „magischen Abend“ sprach. Und sein Teamkollege Igor Matanovic sagte: „Ich hoffe, dass er noch mehr als die 106 Tore schießt, weil er einfach ein geiler Typ ist.“
Nach Grifos Rekordtor boten sich den Gastgebern zunehmend mehr Räume. Ein schnell ausgespielter Konter in der 56. Minute brachte das 4:1 durch Yuito Suzuki: Der fast allein aufs Gäste-Tor zulaufende Johan Manzambi legte an der Strafraumkante quer zum Japaner, der traf. Und in der 79. Minute gelang Maximilian Eggenstein der 5:1-Endstand. Die Fans auf den Rängen besangen den fulminanten Europapokal-Heimsieg mit „Oh wie ist das schön“-Rufen.
„Für uns war es wichtig das Spiel deutlich zu gestalten“, sagte 5:1-Torschütze Maximilian Eggenstein. „Man hat bei allen gemerkt, dass wir das Ding drehen wollten.“ Und Matthias Ginter sagte über das erstmalige Erreichen des Viertelfinales: „Das ist sehr, sehr groß und sehr besonders für den ganzen Verein. Es macht mich persönlich stolz, das miterleben zu dürfen“, so der 32-Jährige.
Im Viertelfinale trifft der SC Freiburg auf den Tabellensechsten der spanischen Primera Division, Celta Vigo. Die Spanier hatten im Achtelfinale Olympique Lyon bezwungen. Die Hinspiel-Begegnung des Viertelfinales findet am 9. April in Freiburg sowie das Rückspiel am 16. April in Spanien statt. „Wir sind unglaublich stolz über das Erreichte“, sagte SC-Trainer Schuster. „Es gab Zeiten in diesem Verein, wo wir uns über den Klassenerhalt gefreut haben. Jetzt dürfen wir uns über das Erreichen des Viertelfinales im Europapokal freuen.“




Deutlicher 5:1-Sieg im Rückspiel: Der SC Freiburg ließ dem belgischen Erstligisten Genk keine Chance. Foto: Detlef Berger