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Verdi-Streik: Am Montag fahren in Freiburg keine Busse und Bahnen

VAG StreikNichts geht mehr am Montag: Die Busse und Bahnen der VAG werden von Verdi bestreikt. Foto: VAG

Wegen eines Verdi-Streiks fahren am Montag keine Busse und Bahnen der Freiburger Verkehrs AG (VAG). Die Dienstleistungsgewerkschaft hatte zuvor zu einem bundesweiten Streik im öffentlichen Nahverkehr aufgerufen.

Die Freiburger Verkehrs AG (VAG) wird am Montag, 2. Februar, ganztägig bestreikt. Der Arbeitskampf der Gewerkschaft Verdi beginnt mit Betriebsstart und endet mit Betriebsschluss. In dieser Zeit fahren keine VAG-Stadtbahnen und nur ein sehr kleiner Anteil der Busse. Auch die Schauinslandbahn bleibt außer Betrieb. Zusätzlich sind das VAG-Kundenzentrum, das Fundbüro sowie die Abteilung für das erhöhte Beförderungsentgelt geschlossen.

Hintergrund des Streiks sind die laufenden Tarifverhandlungen für den kommunalen Nahverkehr, die am Montag, 20. Januar, in Stuttgart begonnen haben. So fordert Verdi bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten, darunter eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit und der Schichtzeiten, eine Verlängerung der Ruhezeiten, aber auch durch höhere Zuschläge für Arbeit in der Nacht und am Wochenende. Insgesamt sind bundesweit rund 100.000 Beschäftigte in 150 städtischen Verkehrsunternehmen und Busbetrieben zu dem Streik aufgerufen.

Von den Streik betroffen sind in Freiburg alle Bus- und Straßenbahnlinien, die direkt von der VAG betrieben werden. Ausgenommen sind lediglich Fahrten, die von privaten Auftragnehmern übernommen werden. Weitgehend in Betrieb bleiben daher die Linien 15 und 32. Auf den Linien 24, 33 und 34 verkehrt etwa die Hälfte der Fahrten. Alle übrigen Bus- und sämtliche Stadtbahnlinien entfallen.

Die VAG weist darauf hin, dass ein Notfallfahrplan nicht angeboten werden kann und die verbleibenden Buslinien keine Anschlüsse an andere Stadtbahn- oder Buslinien der VAG gewährleisten. Fahrgäste können sich über die tatsächlich stattfindenden Fahrten in der elektronischen Fahrplanauskunft informieren. Unabhängig vom Streik bleiben Ziele in Freiburg über die Linien der Breisgau-S-Bahn erreichbar. Auch der Regionalverkehr der Deutschen Bahn mit seinen innerstädtischen Haltepunkten sowie einzelne Buslinien aus dem Umland fahren weiterhin.

Laut VAG-Angaben habe Verdi den Verkehrsbetrieb seit 2023 an insgesamt zwölf Betriebstagen bestreikt, das letzte Mal im März vergangenen Jahres. Die VAG-Vorstände Oliver Benz und Stephan Bartosch üben daher scharfe Kritik an den Streiks. Benz wird in einer VAG-Mitteilung mit den Worten zitiert, die Tarifverhandlungen seien sachlich und konstruktiv gestartet, und die VAG habe erwartet, dass Verdi Verständnis für die schwierige Haushaltslage habe. „Umso unverständlicher und überraschender ist dieser Streik. Die Leidtragenden sind unsere Fahrgäste“, so Benz. Und sein Vorstandskollege Bartosch wünsche sich einen „verantwortungsvolleren Umgang“ mit dem Streikrecht. Der kommunale Nahverkehr biete gerade in Krisenzeiten sichere Arbeitsplätze und attraktive Bedingungen. „Das sollte auch die Gewerkschaft anerkennen und entsprechend berücksichtigen“, so Bartosch weiter.