Freiburg lädt Politik, Bahn und Verwaltung zum Rheintalbahn-Gipfel ein. Im Fokus stehen Ausbaupläne und die Folgen für den Nahverkehr in der Region.
Die Stadt Freiburg hat am Freitag zentrale Akteure aus Politik, Verwaltung und Bahnunternehmen zu einem „Rheintalbahn-Gipfel“ ins Rathaus eingeladen, um den geplanten Ausbau der Rheintalbahn und dessen Auswirkungen auf die Region zu diskutieren. Das teilt die Stadt Freiburg in einer Pressemitteilung mit. Ziel des Treffens war es, einen konstruktiven Dialog zwischen den beteiligten Institutionen zu fördern und die Interessen der Region bei den weiteren Planungen zu bündeln. An dem Gipfel nahmen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Bahn, der Bundes- und Landesverkehrsministerien, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus der Region sowie südbadische Bundestagsabgeordnete teil.
Im Mittelpunkt stand der Austausch über die geplanten Maßnahmen zum Ausbau der Bestandsstrecke der Rheintalbahn, die als eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte für Freiburg und die umliegenden Gemeinden in den kommenden Jahrzehnten gilt. Die Stadt Freiburg und die Region unterstützen den Ausbau grundsätzlich, sehen jedoch noch Klärungsbedarf bei den bisherigen Planungen.
Ein zentrales Anliegen der Kommunen sei es, frühzeitig Einfluss auf die weiteren Planungen zu nehmen und die Interessen der Bürgerinnen und Bürger zu vertreten. Dazu wurde eine regionale Begleitgruppe ins Leben gerufen, die aus Vertreterinnen und Vertretern der Bahn, des Bundes sowie der Kommunen besteht und den Ausbauprozess kritisch begleiten soll. In den kommenden Monaten wollen der Verband Region Südlicher Oberrhein (VRSO) und der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF) gemeinsam mit den Landkreisen, Städten und Gemeinden eine Resolution erarbeiten, in der die detaillierteren Forderungen der Region gebündelt werden.

Zu den wichtigsten Themen zählen die Auswirkungen des Ausbaus auf den Nahverkehr während der Bauphase sowie die langfristige Stärkung des öffentlichen Verkehrs. „Zu besprechen gibt es genug. Eine jahrelange Sperrung der Rheintalbahn sowie des Freiburger Hauptbahnhof können wir nicht akzeptieren“, sagte Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn. Kritisiert wurde, dass bislang nur unkonkrete Konzepte für den Schienennahverkehr während der Bauarbeiten vorliegen. Die Region fordert einen verlässlichen Zeitplan und Lösungen, um längere Streckensperrungen und massive Einschränkungen für Pendler zu vermeiden. Diskutiert worden sei unter anderem den Streckenabschnitt nicht auf die absolute Höchstgeschwindigkeit auszubauen, damit die Eingriffe für den Streckenausbau, wie zum Beispiel Lärmschutzwände, entsprechend geringer ausfallen könnten.
Die Deutsche Bahn stellte indes in dem Gespräch klar, dass der Freiburger Hauptbahnhof und die Region nicht vom Schienenverkehr abgeschnitten werden sollen. „Die Akzeptanz vor Ort ist ein zentraler Erfolgsfaktor für das Projekt“, sagte Philipp Langefeld von der DB InfraGO AG. Auch Fragen der Finanzierung wurden angesprochen. „Sorge bereitet uns die unklare Finanzierung des Bundes für den Ausbau der Rheintalbahn zumindest in der Freiburger Bucht und damit verbunden die unklare zeitliche Perspektive. Hier muss der Bund ein klares Signal senden und entscheiden, ob er den Hochgeschwindigkeitsverkehr in diesem Umfang noch bezahlen will und kann“, sagte Berthold Frieß, Ministerialdirektor des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg.
Darüber hinaus wurde betont, dass der Ausbau der Bahnstrecke nicht nur den Fernverkehr verbessern, sondern auch den Nahverkehr stärken soll. Die Beteiligten sehen es als notwendig an, dass die Planungen für den Ausbau der Rheintalbahn weiterhin kritisch begleitet und die Interessen der Region gebündelt werden. Die Auswirkungen auf Natur und Landschaft sowie die Gestaltung von Lärmschutzwänden wurden ebenfalls angesprochen.


Die Vertreter der Stadt Freiburg stellten klar, dass Freiburg während der Bauarbeiten nicht jahrelang vom Schienenverkehr abgeschnitten sein dürfe. Foto: Joers