bz.medien-logo

Michaela Klausmann ist die einzige Frau im Löschzug der Berufsfeuerwehr Freiburg

Michaela Klausmann ist die erste Frau auf dem Löschzug der Berufsfeuerwehr Freiburg. Foto: Feuerwehr Freiburg

Als einzige Frau arbeitet Michaela Klausmann in der Freiburger Berufsfeuerwehr auf dem Löschzug. Damit machte sie ihr Hobby zum Beruf – und möchte gleichzeitig ein Vorbild für Jungen und Mädchen sein, die Menschen helfen wollen.

Mit 12 Jahren trat Michaela Klausmann in die Freiwillige Feuerwehr in ihrer Heimatstadt Waldkirch ein und damit in die Fußstapfen ihres Großvaters. Heute, 24 Jahre später, hat sie ihre Leidenschaft zum beruf gemacht und arbeitet als einzige Frau in Südbaden auf einem Profilöschzug.

Nach der Realschule entschied sich Klausmann für sein FSJ beim DRK-Ortsverein in Emmendingen. „Hier habe ich festgestellt, dass der Rettungsdienst ein toller Beruf ist“, so Klausmann. Es folgten die Ausbildung zur Rettungssanitäterin und später die Qualifikation zur Notfallsanitäterin. Gleichzeitig wechselte sie mit 18 Jahren in die aktive Abteilung der FFW in Waldkirch – und entschied sich, den Sprung in die Berufsfeuerwehr zu wagen. 2019 begann sie die 18-monatige Ausbildung in Freiburg. „Der Job ist ähnlich zur Freiwilligen Feuerwehr – das Feuer brennt überall gleich heiß“, so Klausmann. Die Lehrgänge, die in der Freiwilligen Feuerwehr normalerweise an den Wochenenden absolviert werden, legte sie gesammelt in der sechsmonatigen Grundausbildung ab, ebenso wie die Befähigung, verbeamtet zu werden. Da sie bereits Sanitäterin war, konnte sie sich den Kurs sparen. Zur Ausbildung gehört auch ein rund einjähriges Wachpraktikum auf der Wache.

Ausbildungstechnisch sei noch viel möglich, so Klausmann, gerade, wenn sie in den gehobenen Dienst wechseln will. Derzeit fühlt sich die 36-Jährige aber wohl im mittleren Dienst.

Mehr Frauen in den Beruf

Während es in der Integrierten Leitstelle und im Hintergrund noch weitere Frauen gibt, ist Michaela Klausmann die einzige, die Hand anlegt, wenn es brennt. Das merkt sie hin und wieder: „Gerade Kinder gucken schon mal, wenn sie eine Frau bei der Feuerwehr sehen“, sagt sie. In der Zwischenzeit gebe es mehr Mädchen und Frauen in der Freiwilligen Feuerwehr, worüber sich Klausmann freut: „Das hat sich geändert und das ist auch sehr wichtig.“ In der Berufsfeuerwehr ist und bleibt sie als Frau eine Exotin. Dabei sieht sie klare Vorteile: „Frauen bekommen oft gerade zu anderen Frauen einen anderen Bezug und sie wirken oft auch deeskalierend.“

Den Schritt von der Freiwilligen Feuerwehr in die Berufsfeuerwehr zu machen, sei groß – gerade im Bezug auf die Fitness. „In der Freiwilligen Feuerwehr kann man viele seiner Aufgaben auswählen, in der Berufsfeuerwehr muss man alle machen können.“ Aber auch in der Berufsfeuerwehr kann sie sich auf ihr Team verlassen – wenn doch mal ein paar Zentimeter fehlen. „Jeder kann etwas besser, als andere.“
Das Team habe anfangs zwar etwas misstrauisch geguckt, in der Zwischenzeit ist ihre Anwesenheit jedoch Normalität. Dass das nicht immer so war, weiß Klausmann: Vor dem Umbau der Wache habe es zum Beispiel keine Frauenumkleiden gegeben. „Das war aber vor meiner Zeit.“ Heute sei das anders und auch abschließbare Duschen gebe es in der Zwischenzeit.

Nicht nur sie fühlt sich in der Berufsfeuerwehr wohl: „Jeder, der gerne technisch arbeitet und Menschen helfen will, ist hier gut aufgehoben“, so Klausmann. Stellen werden auch in Freiburg immer wieder frei und auch Quereinsteiger bewerben sich darauf. Wichtig ist vor allem, dass man im Team gut harmoniert, denn auf der Wache gibt es Schichtarbeit. So kommt es, dass man nicht nur Wochenende, sondern auch Feiertage regelmäßig miteinander verbringt. „Da ist man an Weihnachten oder Silvester auch mal den ganzen Tag weg.“

Mit dem Schichtdienst hat Klausmann selbst kein Problem. „Wenn wir wenig Einsätze haben, haben wir im Nachtdienst auch auf der Wache die Möglichkeit, zu ruhen.“ Generell sei es in Freiburg verglichen mit anderen Großstädten eher ruhig. Dadurch, dass das Team bereits auf der Wache ist, seien auch die Ausrückzeiten nicht mit denen der Freiwilligen Feuerwehr vergleichbar, in der die Leute vom Arbeitsplatz und aus der Freizeit gerufen werden – viel zu oft für Bagatellprobleme, wie Klausmann weiß. Auch sie unterstützt ihre Abteilung in Waldkirch in ihrer Freizeit noch. „Ich mache das immer noch sehr gerne – aber es ist schon anders geworden, seit ich in Freiburg bin.“

Infos zum Werdegang in der Berufsfeuerwehr gibt es unter www.feuerwehr-freiburg.de/mitmachen-und-unterstuetzen/berufsfeuerwehr/ und zur Freiwilligen Feuerwehr unter www.feuerwehr-freiburg.de/mitmachen-und-unterstuetzen/freiwillige-feuerwehr/